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Mission Monte-Carlo 26: 100 Jahre später doch noch am Ziel

22. September 2026 durch
Mission Monte-Carlo 26: 100 Jahre später doch noch am Ziel
ETAS High-Tech Systems GmbH, Online-Team

Ein 101 Jahre alter österreichischer Oldtimer, mehr als 1.200 Kilometer Strecke und eine Geschichte, die genau 100 Jahre auf ihr Happy End warten musste: Die „Mission Monte-Carlo 26“ hat ein außergewöhnliches Kapitel österreichischer Technik- und Motorsportgeschichte vollendet.

1926 war erstmals ein Werksteam aus der damaligen Republik Österreich bei der Rallye Monte-Carlo angetreten. Der in Brunn am Gebirge gebaute Avis Type 3 erreichte damals aufgrund meterhoher Schneemassen in Kärnten nicht das Ziel.

2026 sollte diese Geschichte eine zweite Chance bekommen.

Das letzte bekannte Exemplar dieses historischen Kleinwagens wurde wissenschaftlich begleitet restauriert und wieder straßentauglich gemacht. Ziel war nicht nur die Fahrt nach Monaco, sondern auch, vergessene österreichische Pioniere der Technik- und Mobilitätsgeschichte wieder sichtbar zu machen.

Am 26. August begann die Reise in Brunn am Gebirge. Über Österreich, Italien und Frankreich führte die Route bis nach Monaco – begleitet von zahlreichen Begegnungen, historischen Schauplätzen und einem außergewöhnlichen öffentlichen Interesse.

Der „Avis“ wurde dabei zu einem rollenden Pop-up-Museum: Bei zahlreichen Stopps konnten Besucherinnen und Besucher historische Mobilität und österreichische Technikgeschichte unmittelbar erleben.


Die Fahrt führte unter anderem über historische Rennstrecken und den Semmering, zum Red Bull Ring und später über Teile der legendären Mille Miglia. Selbst aktuelle Grand-Prix-Strecken in Österreich und Monaco gehörten zum Weg des 101 Jahre alten Fahrzeugs.

Natürlich blieb eine solche Reise mit historischer Technik nicht ohne Herausforderungen.

In Kärnten kam es zu Fehlzündungen, die den Zeitplan gefährdeten. Ein kleines Motorteil hatte versagt und musste in einer nächtlichen Reparatur nachgefertigt werden.

Doch auch diese Hürde konnte überwunden werden und der „Avis“ setzte seine Reise fort.


Am 4. September 2026 war es schließlich so weit: Zum ersten Mal in seiner Geschichte erreichte ein „Avis“ Monaco.

Nach über 1.200 Kilometern wurde das Fahrzeug auf der Grand-Prix-Strecke von Monaco offiziell empfangen und anschließend in der Collection de Voitures de S.A.S. le Prince de Monaco ausgestellt.

Damit war eine 100 Jahre alte Geschichte tatsächlich vollendet.

Doch die Mission Monte-Carlo 26 war weit mehr als eine historische Autofahrt. Sie verband Kultur, Wissenschaft, Technik, Bildung und internationale Zusammenarbeit miteinander.

Ein besonders spannender Bestandteil war deshalb der Blick nach vorne: Der historische „Avis“ wurde gleichzeitig zum Versuchslabor für moderne Technologie.


Hier kommt die Arbeit von ETAS und Applify ins Spiel.

Die beiden österreichischen Unternehmen entwickelten gemeinsam eine weltweit neue Plattform, mit der Aufnahmen mehrerer 360°-Kameras erstmals in einem einzigen Player zu einem durchgängigen Erlebnis verbunden werden können.

Die patentierte Technologie eröffnet damit neue Möglichkeiten für immersive Video-Erlebnisse.

Die Mission Monte-Carlo 26 bot die Gelegenheit, diese Technologie unter außergewöhnlichen Bedingungen praktisch zu erproben: Mehrere Kameras wurden im historischen Fahrzeug eingesetzt, um zu untersuchen, wie leistungsfähig und praxistauglich diese neue Form der Dokumentation während einer solchen Fahrt ist.

Damit traf bei der Mission Monte-Carlo 26 Vergangenheit auf Zukunft: 100 Jahre alte österreichische Fahrzeugtechnik wurde mit innovativer Technologie von ETAS und Applify verbunden.

Genau diese Verbindung macht das Projekt besonders: Geschichte wird nicht nur bewahrt, sondern mit modernen Mitteln erlebbar und für kommende Generationen zugänglich gemacht.

Besonders eindrucksvoll war auch die Resonanz in Monaco: Das österreichische Fahrzeug erhielt einen Ehrenplatz im Automobilmuseum des Fürstenhauses und wurde von internationalen Besucherinnen und Besuchern sowie Medien aufmerksam wahrgenommen.

Im Automobile Club de Monaco durfte das Team schließlich die offizielle Zielflagge sehen. Anschließend wurde sogar jenes Menü serviert, das bei der Rallye Monte-Carlo 1926 auf die damaligen Teilnehmer gewartet hatte.

Ein Kreis schloss sich – genau 100 Jahre später.


Die Reise zeigt eindrucksvoll, dass österreichische Innovationsgeschichte nicht nur in Archiven zu finden ist. Sie steckt in Menschen, Ideen, Technologien und in der Bereitschaft, scheinbar vergessene Geschichten wieder zum Leben zu erwecken.

Und sie zeigt, wie historisches Wissen und moderne Innovation gemeinsam neue Perspektiven schaffen können.


Für ETAS und Applify bedeutete die Mission Monte-Carlo 26 deshalb mehr als eine technische Machbarkeitsstudie: Ihre Technologie wurde Teil eines außergewöhnlichen Projekts, das Geschichte sichtbar macht und gleichzeitig zeigt, wie aus österreichischer Innovation neue Formen des Erlebens entstehen können.

Die Mission ist damit auch nach der Zielankunft noch nicht vorbei. Die Vermittlungsarbeit soll fortgesetzt werden, unter anderem an Schulen und bei weiteren Ausstellungen und Veranstaltungen.

Der „Avis“ wird künftig wieder öffentlich zu sehen sein und damit weiterhin von den Menschen erzählen, die vor 100 Jahren den Grundstein für diese außergewöhnliche Geschichte gelegt haben.

100 Jahre Rückstand. Mehr als 1.200 Kilometer. Eine historische Zielankunft. Und eine Brücke von der Technikgeschichte zur Technologie der Zukunft.

Die Mission Monte-Carlo 26 hat gezeigt: Manchmal lohnt es sich, eine Geschichte nach 100 Jahren noch einmal zu Ende zu erzählen.


Fotos ©Robert Krickl